08.10.2026

Kreuzfahrt in den Norden

Aus Erzählungen, Filmen oder Videos kennen Sie bestimmt die Kreuzfahrten in den Norden. Waren Sie selbst schon einmal da? Oder steht die Reise in den Norden schon viel zu lange auf Ihrer Bucket-List und der Eintrag ist bereits etwas verstaubt? Dann ist jetzt vielleicht die beste Zeit, diesen Wunsch wahr werden zu lassen!

Was darf es sein? Eine klassische Kreuzfahrt, ganz bequem von einem norddeutschen Hafen aus und mit all den Annehmlichkeiten, die die modernen Flotten der Kreuzfahrtveranstalter zu bieten haben? Island, Norwegen, Spitzbergen oder Grönland? Oder doch lieber bodenständige Romantik auf einer Postschifffahrt mit Hurtigruten oder Havila entlang der norwegischen Küste und Fjordlandschaft? Wie wäre es mit einer Expeditionsreise in eines der eisigen Gebiete, unter anderem mit spektakulären Zodiac-Fahrten?

Welches ist Ihr Motivationswort? Mitternachtssonne, Fjorde, Nordlichter, Naturwunder, Wale, Robben, Hunde oder Rentiere? Die nordischen Völker? Die Farben des Nordens? Die klare Luft und die schier unendlichen Fotomotive? Oder etwas ganz anderes?

Erzählen Sie es uns! Lassen Sie uns gemeinsam die Nordreise Ihres Lebens planen!

01.10.2026

Geothermie-Region Furnas

Die Caldeira Grande in der Stadt Furnas (São Miguel) fördert kochendes Wasser an die Oberfläche. Einige Meter weiter blubbern Schlammlöcher vor sich hin und pusten Gase in die Luft. An manchen Stellen treten schwefelhaltige Minerale mit Wasser oder Wasserdampf aus den Steinritzen hervor. Sulfat färbt die Steine und die aufgeweichte Erde rundherum gelb, etwas weiter verleiht eisenhaltiges Wasser der Pfütze und dem Rinnsal ockerfarbene Note. Der Geruch ist unverkennbar. Die geothermischen Aktivitäten unter unseren Füßen bestimmen das Leben hier in Furnas. Für die Bewohner der Kleinstadt ist das Lebensalltag, wohnen sie doch nur wenige Meter von den offenen Stellen entfernt, direkt auf einem Hochtemperaturfeld.

Besonderheit und Attraktion in einem bietet der botanische Garten, Parque Terra Nostra. Hier können die Besucher sogar selbst ins warme, ockerfarbene eisenhaltige Wasser steigen und das Geschenk des Erdinneren genießen. Oder sie tun es in den Becken von Poça da Dona Beija. Gefahr? Nur für die Badebekleidung. Weißes wird rostfarbig, das sollte man vorher wissen.

Die Stadt Furnas ist ausgesprochen hübsch. Sie liegt mitten in üppiger Natur. Die Hügel, Parks und Gärten sind voller Pflanzen. Das Grün der Bäume und Sträucher lockern erste Hortensienblüten, weiße Lilien und pinkfarbene Azaleen auf. Die Häuser und die Straßen sind gepflegt, kleine Cafés und Restaurants laden zum Verweilen an. Die Stimmung, die gefühlte Leichtigkeit der Stadt lädt dazu ein. Irgendwie ist man gerne hier, doch gar nicht weit weg gibt es weitere wunderbare Sachen zu entdecken.

Nicht weit weg von der Stadt liegt der Furnas-See: Lagoa das Furnas. Geplant haben wir die Wanderung nicht, doch es bietet sich spontan an. So parken wir kurzerhand und wir nehmen den direkten Wanderweg um den See herum. Etwa 6,5 Kilometer sind wir dann unterwegs. Leichte, genussvolle Wanderung, genug Zeit Fotos zu schießen und die Seele baumeln zu lassen. 

Die Strecke führt in Ufernähe durch einen Wald, neben verwunschenen Gärten, an einem Hochseilgarten vorbei bis wir erneut aufsteigende Dämpfe sehen. Doch hier brodelt es nicht offen an der Erdoberfläche, die Dämpfe steigen aus mit einem Deckel geschlossenen oder bereits geöffneten Löchern auf! 

Diese Löcher gräbt man etwa 1 Meter tief in die heiße Erde ganz bewusst und lässt die vulkanische Wärme kochen. Das ist die Heimat des Cozido das Furnas, des traditionellen Fleischeintopfs der Insel, den wir auf alle Fälle kosten wollen. Und das tun wir auch unter der Baumkrone des Wald-Restaurants. Wir bekommen eine Riesenportion von diesem Eintopf. Verschiedene Fleischsorten (Rind- und Schweinefleisch, Hühnchen, regionale Würstchen werden mit Karotten, Yamswurzeln, Weiß- und Grünkohl, Süßkartoffeln und Karotten zusammen in einem übergroßen Topf etwa 5 bis 6 in Stunden in den Erdlöchern gegart. Durch die vulkanischen Gase und die leichte Schwefelnote der Umgebung entsteht wahrlich ein unverwechselbares Aroma, das beim „normalen“ Kochen nicht zu schaffen ist. 

Klingt lecker? Ist es auch!
 

28.09.2026

Geothermie - Porta de Ferraria

Zuerst sieht er es in einem Video – er will unbedingt dahin. Dann fahren wir hin und schauen nach unten zum Meer, sehen jedoch nicht viel. Wir stellen fest, dass es ein steiler Abstieg und nachher ein mühsamer Aufstieg wird. Heute nicht, wir haben bereits etliche Kilometer in den Beinen und es ging auch dort steil auf und ab (Sete Citades), dann noch die halbe Umrundung von Lagoa Azul. Außerdem wird es bald dunkel. Wir kommen morgen gleich in der Früh hierher.

Gedacht, getan. Wir parken, nehmen unsere Sachen mit und los geht´s. Schritt für Schritt geht es auf der Serpentine zu Fuß runter zum Meer. Am Ende nicht mehr als eine Kilometer. Die Neigung der Straße ist allerdings um die 25%, was unsere Gelenke doch in Anspruch nimmt. Autos dürfen hier nicht mehr fahren, die Straße ist gesperrt. Warum? Das sehen wir dann rechts von uns: die Bergflanke ist abgerutscht, es zeigt sich eine riesige schwarze Wand dort, wo vorher Vegetation die Oberfläche bildete. 

Das einstige Thermal-Bad existiert nicht mehr, nur noch seine Ruinen und zwei Angestellte, die hier nach den Rechten sehen. Obwohl keine Hinweisschilder vorhanden,  wissen alle instinktiv, welche Richtung sie im „Lava-Garten“ einschlagen sollen. Bald sind auch wir da, am Punkt der Begierde. Jetzt, Klamotten runter, Badehose an und runter in den eiskalten Atlantik. Es gibt kaum noch Platz unten, doch es wird schon gehen. Wassertemperatur? Eiskalt? Ja? Nein! Geothermik trifft auf Atlantik. Heißes vulkanisches Wasser tritt unter der Meeresoberfläche aus dem Erdinneren und mischt sich mit dem Salzwasser des Atlantiks. So entstand dieses magische atlantische Lavabecken-Bad mit angenehmer Wassertemperatur. Bizarre Umgebung, nicht minder das Badeerlebnis darin. So wunderbar verrückt, wie das gesamte Areal hier.

02.08.2026

Azoren - tierisch gut!

Im Jardim António Borges (Ponta Delgada) empfängt uns Der Weiße Hahn mit einem langen und lauten „cocoricó“, übersetzt „Kikeriki“. Wir grüßen mit einem „Ja, Servus“ zurück und fotografieren sogleich den Empfangschef, der uns eben herzlich seinem Volk angekündigt hat: „es sind neue Besucher da“. Es ist wichtig, sie zu informieren, schließlich wohnen sie hier und sie nehmen im Leben und Alltag des Gartens stolz und unbeirrt teil. Einige sind mit Scharen im Unterholz beschäftigt, andere picken Körner auf, wieder andere gesellen sich zu den Besuchern auf einer Bank oder ruhen auf dem sandigen Boden.

Die schwarz-weißen Azorenenten (Moschusenten?) begegnen uns bei einem Abstecher zum Lagoa do Capitão auf Pico. Gerade hat es geregnet, der Boden ist aufgeweicht, so dass unsere Fortbewegung der der Enten ziemlich ähnelt. Sie lassen sich nicht stören, gerade ist Siesta angesagt. Wir dürfen sie anschauen, fotografieren und unsere Bewunderung über das glänzende, in feinen Nuancen variierende Federkleid und der typischen roten Gesichtshaut ausdrücken.

Die Hauskatzen auf den Inseln sind freundlich und träge, denken wir, denn keine einzige haben wir bei der Jagd gesehen. Umso mehr auf warmen Plätzen. Am Lago da Furnas (São Miguel) schlafen sie auf der warmen vulkanischen Erde oder auf dem Deckel einer Heißwasserleitung. Auf Pico sehen wir mehrere, die in und vor Geschäften dösen. Doch das ist langweilig. Und wenn der Katzenmensch unterwegs ist, findet sie süßen Traum, wo auch immer. 

Auf einen tapferen und mutigen Hahn treffen wir beim Picknickplatz Mata da Serreta (Terceira). Auch hier finden die obligatorische Begrüßung hahnseits und Bewunderung unsererseits statt. Nach einem Spaziergang auf diesem verwunschenen Areal entdecken wir eine junge Katze. Doch kaum, dass wir uns der Katze nähern, erscheint der Hahn wie aus dem Nichts wieder. Kein Weiterkommen für uns, das Kätzchen wird „verteidigt“. Sie faucht, er stellt sich schützend neben ihr und ist aufs Äußerste vorbereitet…

28.06.2026

Whale Watching auf den Azoren

Die steilen Unterwasserwände der Vulkane, die die Insel Pico, Faial und São George bilden, sind Teile eines faszinierenden Systems mit Unterwasser-Plateaus, Canyons und Grabenbrüchen bis zu 2000 Meter unter der Wasseroberfläche. Diese Kombination sorgt dafür, dass mineralhaltiges, nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben befördert wird. Die Strömung, die an diesen steilen Wänden nach oben gelenkt wird, fördert die Planktonblüte, zieht Fischschwärme an und lässt Tintenfische gedeihen. Die Leibspeise der Tiefseewale. Bei Lajes und Madalena auf Pico fällt der Meeresboden wenige Kilometer von der Küste entfernt über 1000 Meter in die Tiefe ab: Optimale Bedingen für Wale und für die Walbeobachtung.

An einem schönen Morgen bei ruhiger See sind wir mit Aqua Açores unterwegs. Nach einer halben Stunde Ritt (wir sitzen rittlings im Boot) auf dem offenen Ozean, erblicken wir die ersten Wale: Blauwal, Bartenwal, dann, Delfine. Jeder im Boot ist aufgeregt, jeder will den nächsten, den nächsten und den übernächsten Wal oder eine Delfinfamilie als erster entdecken, fotografieren und bewundern. Wir wollen ohne Fotostress das Auftauchen der Meerestiere genießen. Die anderen Gäste haben ihre Mühe damit, den richtigen Augenblick fürs Foto oder Video zu erwischen während wir die harmonischen Bewegungen der Delfine beobachten und in Gedanken mit ihnen schwimmen.

Beinahe zwei Stunden wiegen uns die moderaten Wellen bevor es wieder in den Hafen geht. Tiefseewale, die beim Tauchen die Schwanzflosse so majestätisch präsentieren, sehen wir an dem Tag nicht, doch wir sind keineswegs enttäuscht, der Ausflug hat sich auch so mehr als gelohnt.

Bei der Ankunft schälen wir uns aus der wasserfesten Ausrüstung unseres Gastgebers. Manche buchen für den nächsten Tag erneut eine Fahrt. Die Süchtigen, die am liebsten den ganzen Tag „draußen“ wären... wir verstehen sie gut!

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