02.08.2026
Azoren - tierisch gut!
Im Jardim António Borges (Ponta Delgada) empfängt uns Der Weiße Hahn mit einem langen und lauten „cocoricó“, übersetzt „Kikeriki“. Wir grüßen mit einem „Ja, Servus“ zurück und fotografieren sogleich den Empfangschef, der uns eben herzlich seinem Volk angekündigt hat: „es sind neue Besucher da“. Es ist wichtig, sie zu informieren, schließlich wohnen sie hier und sie nehmen im Leben und Alltag des Gartens stolz und unbeirrt teil. Einige sind mit Scharen im Unterholz beschäftigt, andere picken Körner auf, wieder andere gesellen sich zu den Besuchern auf einer Bank oder ruhen auf dem sandigen Boden.
Die schwarz-weißen Azorenenten (Moschusenten?) begegnen uns bei einem Abstecher zum Lagoa do Capitão auf Pico. Gerade hat es geregnet, der Boden ist aufgeweicht, so dass unsere Fortbewegung der der Enten ziemlich ähnelt. Sie lassen sich nicht stören, gerade ist Siesta angesagt. Wir dürfen sie anschauen, fotografieren und unsere Bewunderung über das glänzende, in feinen Nuancen variierende Federkleid und der typischen roten Gesichtshaut ausdrücken.
Die Hauskatzen auf den Inseln sind freundlich und träge, denken wir, denn keine einzige haben wir bei der Jagd gesehen. Umso mehr auf warmen Plätzen. Am Lago da Furnas (São Miguel) schlafen sie auf der warmen vulkanischen Erde oder auf dem Deckel einer Heißwasserleitung. Auf Pico sehen wir mehrere, die in und vor Geschäften dösen. Doch das ist langweilig. Und wenn der Katzenmensch unterwegs ist, findet sie süßen Traum, wo auch immer.
Auf einen tapferen und mutigen Hahn treffen wir beim Picknickplatz Mata da Serreta (Terceira). Auch hier finden die obligatorische Begrüßung hahnseits und Bewunderung unsererseits statt. Nach einem Spaziergang auf diesem verwunschenen Areal entdecken wir eine junge Katze. Doch kaum, dass wir uns der Katze nähern, erscheint der Hahn wie aus dem Nichts wieder. Kein Weiterkommen für uns, das Kätzchen wird „verteidigt“. Sie faucht, er stellt sich schützend neben ihr und ist aufs Äußerste vorbereitet…



28.06.2026
Whale Watching auf den Azoren
Die steilen Unterwasserwände der Vulkane, die die Insel Pico, Faial und São George bilden, sind Teile eines faszinierenden Systems mit Unterwasser-Plateaus, Canyons und Grabenbrüchen bis zu 2000 Meter unter der Wasseroberfläche. Diese Kombination sorgt dafür, dass mineralhaltiges, nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben befördert wird. Die Strömung, die an diesen steilen Wänden nach oben gelenkt wird, fördert die Planktonblüte, zieht Fischschwärme an und lässt Tintenfische gedeihen. Die Leibspeise der Tiefseewale. Bei Lajes und Madalena auf Pico fällt der Meeresboden wenige Kilometer von der Küste entfernt über 1000 Meter in die Tiefe ab: Optimale Bedingen für Wale und für die Walbeobachtung.
An einem schönen Morgen bei ruhiger See sind wir mit Aqua Açores unterwegs. Nach einer halben Stunde Ritt (wir sitzen rittlings im Boot) auf dem offenen Ozean, erblicken wir die ersten Wale: Blauwal, Bartenwal, dann, Delfine. Jeder im Boot ist aufgeregt, jeder will den nächsten, den nächsten und den übernächsten Wal oder eine Delfinfamilie als erster entdecken, fotografieren und bewundern. Wir wollen ohne Fotostress das Auftauchen der Meerestiere genießen. Die anderen Gäste haben ihre Mühe damit, den richtigen Augenblick fürs Foto oder Video zu erwischen während wir die harmonischen Bewegungen der Delfine beobachten und in Gedanken mit ihnen schwimmen.
Beinahe zwei Stunden wiegen uns die moderaten Wellen bevor es wieder in den Hafen geht. Tiefseewale, die beim Tauchen die Schwanzflosse so majestätisch präsentieren, sehen wir an dem Tag nicht, doch wir sind keineswegs enttäuscht, der Ausflug hat sich auch so mehr als gelohnt.
Bei der Ankunft schälen wir uns aus der wasserfesten Ausrüstung unseres Gastgebers. Manche buchen für den nächsten Tag erneut eine Fahrt. Die Süchtigen, die am liebsten den ganzen Tag „draußen“ wären... wir verstehen sie gut!



