Reisebericht
La Réunion
Viele von Ihnen suchen nach Alternativen, wenn es um Reiseziele geht. Nach unserer Erfahrung sollte dies etwas Ausgefallenes, Originelles und Erfrischendes sein. Fremd doch auch bekannt, sicher und doch voll mit Abenteuer!
Gibt es sie noch, diese Orte? Oder ist alles „touristisch“ abgegrast?
Keine Bange! Diese Paradiese gibt es. Eine von ihnen ist die Insel La Réunion im Indischen Ozean. Wenn Sie gerade eine Landkarte vor sich haben: Sie finden die Insel östlich von Afrika, auf der Höhe von Mozambik zwischen Madagaskar und Mauritius.
Gleich mal das Praktische vorweg: La Réunion ist französisches Gebiet und somit Europäische Union! Die Inselsprache ist Französisch, die Währung ist Euro, Sie können mit Ihrem Personalausweis einreisen, es sind keine Impfungen notwendig und die Zeitverschiebung beträgt nur zwei bzw. drei Stunden (+) zu unserer mitteleuropäischen Zeit.
Und sogleich zur Faszination, die aus dieser Insel ausgeht: Tropisch, vulkanisch, wild und duftend, schroff und üppig, abweisend und einladend. Seinen Besuchern offeriert die Insel bodenständige und mondäne Aktivitäten zu Wasser, zu Land und in der Luft. Von Canyoning über Tauchen, Wellenreiten bis Erlebnisbad; von Wandern, Reiten, Klettern bis Speläologie und Hochseilgarten im Wald; von Helikopterrundflügen bis Gleitschirmfliegen reicht das Angebot, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Kulinarische Köstlichkeiten, Farben und Formenvielfalt, Klänge und Düfte beleben nicht nur die Sinne, sondern runden in Ihre fantastischen Urlaubstage ab!
Wie kommen Sie nach La Réunion?
Mit dem Flieger über Paris. Es stehen die Kombinationen Lufthansa & Air France mit einem Flughafenwechsel Charles-De-Gaulle – Orly oder mit Umsteigen auf Charles-De-Gaulle-Flughafen mit den Airlines Lufthansa & Air Austral, die Fluggesellschaft von Réunion.
Wie kommen Sie auf La Réunion voran?
Mit dem Mietwagen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Helikopter und manchmal nur zu Fuß. Denn, es gibt alles: Autobahn, Panoramastraße, Off-Road-Wege ebenso, wie zum Beispiel die Trampelpfade in das Talkessel Mafate, die nur zu Fuß begehbar sind. Möchte man eine bequemere Möglichkeit, bleibt nur der Helikopter…
Welche Auswahl an Unterkünften gibt es?
Vom 2-sterne Hotel bis zu zwei 5-sterne Hotels an der Küste bietet Réunions Hotellerie überschaubare und gute Übernachtungsmöglichkeiten. Die einfachen und zweckmäßigen Unterkünfte bieten in den hochgelegenen Gebieten rustikalen Komfort. Die meisten Hotels bieten eine hervorragende Verpflegung mit Frühstück und Abendessen. Zur Wahrheit gehört, dass das Frühstück stark „französisch“ ist, die Speisen zum Abendessen tragen mehr die kulinarischen Noten der kreolischen Küche.
Welche Ausflüge und Aktivitäten lohnen sich?
Qual der Wahl auf einer Insel, die voller Sport- und Freizeitspaß lockt und auch hält, was sie verspricht. In der Luft, zu Wasser und zu Land und auch in der Kombination! Die Insel aus der Luft mit einem Helikopter-Rundflug zu erkunden, ist wundervoll. Es gibt von jedem Landesteil aus Möglichkeit in die Luft zu steigen. Von einzelnem Talkessel bis zum Inselrundflug reicht das Angebot. Eine der spektakulärsten Strecken ist der Flug in das „Höllenloch“ – Trou de Fer im Talkessel Salasie im Osten der Insel, wobei das Gefühl, wenn man an der Flanke des Piton des Neiges aufsteigt und über die Gipfelzacken gleitet und den 3070 Meter hohen Berg unter den Füßen sieht, ist auch ein Gefühl der Extraklasse!
Wer das Abenteuer auf dem Wasser sucht, wird spätestens in Saint-Benoît, in der Stadt der wilden Gewässer und in Saint-Leu mit der Linkswelle fündig.
Wandern ist auf Réunion „Schwerstarbeit“! Auf gar keinen Fall darf die Strecke unter- und die eigene Kraft überschätzt werden! Die Wanderwege haben es in sich. Weniger die Streckenlänge, als das ständige Auf und Ab, Knie heben, durchdrücken, sicher treten - als persönliche Herausforderung und die plötzlichen Wetteränderungen, wechselnde Lichtverhältnisse und unterschiedliche Temperatur garantieren, dass selbst die Wanderung in den Bergen und Wäldern ein Abenteuer wird! Und auf der Plain des Sables? Hier spielen Wind und Wetter eine große Rolle. Und ein Stück weiter auf dem Vulkan Piton de la Fournaise sind es Wind, Wetter und die Kondition, die jedem eine gründliche Vorbereitung abverlangen. Aktuelle Informationen und gute Kondition sind hier das A und O! Und die Belohnung für die Strapazen? Atemberaubendes Panorama, unvergessliche Eindrücke und glückliche Erschöpfung.
Die Wanderwege sind gut ausgeschildert. Ob kurz oder auf den drei Hauptwanderwegen, die die gesamte Insel umfassen und nur über mehrere Tagesetappen zu bewältigen sind, das Erlebnis ist einmalig. Für dieses Programm empfiehlt sich, einen örtlichen Führer zu engagieren. Die fachkundige Führung toppt das Erlebnis um ein Vielfaches!
Und wer es noch härter mag, der kann an dem jährlichen Grand Raid de la Réunion teilnehmen. Lauf der Verrückten. Sie sind nicht verrückt, nur ver-rückt… von allen anderen, denn es sind über 100 km mit etwa 8000 Höhenmetern zu absolvieren. Also sind die Teilnehmer ver-rückt in die Welt der absolut topfitten Sportlern, die für ihre Ziele nicht nur Spaß, Fleiß, Disziplin, sondern auch noch Leid und die große Belohnung auf die Fahne geschrieben haben. Respekt vor jedem Einzelnen, der es wagt und macht.
Reiten, Mountainbiking, Fliegen mit dem Ultraleichtflugzeug, Wellenreiten, Bodyboarding, Canyoning, Hydrospeed, Kajak, Rafting, Kanuraft, Jump-Kajak, Wasserwandern, Klettern, Tauchen, Hochseilgarten, Lava-Tunnel-Tour, Gleitschirmfliegen – eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Herrlich schräg und abenteuerlich!
Beste Reisezeit
Réunion liegt im tropischen Gebiet (21. Breitengrad südlich), doch die Insel weist viele Mikroklimas auf. Dies ist einerseits durch die unterschiedlichen Höhen vom Meeresniveau bis 3070 m (Piton des Neiges) bedingt, andererseits durch die vorherrschenden Winde. So ist der Ostteil der Insel regenreich, der Westen dagegen sonnenverwöhnt. Von April bis Oktober zeigt sich die Insel von ihrer schönsten Seite. Ab November wird es allmählich regnerischer und die Luftfeuchtigkeit steigt an. Von Januar bis Ende März können Zyklone für heftige Winde und Regenfälle sorgen, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit steigen stetig an.
Optimale Reisedauer
Der Appetit kommt mit dem Essen, deshalb nicht zu kurz planen. Eine Woche lohnt sich nicht, dafür ist die Anreise mit 12 Stunden reinen Flugzeit erfahrungsgemäß den Meisten zu strapaziös (es sei denn, Business- oder First-Class). Dazu kommt das Umsteigen in Paris und eventuelle Wartezeiten. Deshalb mindestens 10 Tage einplanen. Ab 14 Tage wird die Reise zu einem Erlebnis, ab 18 Tagen zu einem unvergesslichen Erlebnis. Länger geht es natürlich auch. Manche, die ich kenne, wollten nur ein wenig dort verweilen. Bei etlichen sind es mittlerweile Jahren, bei manchen über 20 Jahre…




