Reisebericht
Khao Lak
Wer dem Winter eine Zeit lang entkommen oder den kalten und dunklen europäischen Tagen entfliehen will, ist im Westen von Thailand gut aufgehoben. Denn hier kennt die Natur keinen Winter. Sonnenschein, 30 bis 34 Grad Lufttemperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, hin und wieder ein warmer Regenschauer und über 28 Grad Wassertemperaturen garantieren Licht, Wärme und angenehme Trägheit. Die richtige Mischung zur Erholung, Regeneration und Auftanken!
Eine der beliebten Urlaubsregionen Süd-Thailands ist Khao Lak. Die verheerenden Schäden der Tsunami (Weihnachten 2004) sind behoben, die Region hat sich erholt und erfreut sich eines geschäftigen Lebens und der internationalen Tourismus mit all seinen Facetten.
Khao Lak selbst liegt etwa 70 km nördlich von der Insel Phuket, wo die meisten Touristen landen, die den Süden besuchen wollen. Die Landschaft ist hügelig und durch Regenwald bewachsen. Die kleinen Dörfer zwischen den größeren Ortschaften entlang der Straßen verstecken sich teilweise hinter ausgedehnten Plantagen: Kautschuk, Kokos, Banane, Mango, Ananas und allerlei für uns exotische Früchte werden angebaut.
Die Gemüsegärten sind eher klein und in familiärer Hand, ebenso die Tierhaltung. Die Thai bevorzugen Fisch, Hänchen und Schweinefleisch. Rotes Fleiß essen sie in der Regel nicht. Doch Gemüse und Reis stehen um so höher im kulinarischen Kurs. Den frischen Fang, das Fleisch aus der Schlachtung, das zuvor gezupfte Gemüse und geerntete Obst bieten sie an den Märkten an. Es ist eine farbenfrohe Schau und ein Augenschmaus, wie die Waren feilgeboten werden!
Und erst, wie sie transportiert werden! Der Pritschenwagen und das Mofa sind allgegenwärtig. Sie sind die Transportmittel überhaupt. Kaum ein Original-Mofa. Alle umgebaut, "aufgestockt", die Lenker allein, zu zweit, zu dritt, huckepack die ganze Familie drauf! Beleuchtet, unbeleuchtet, einsam und bedacht oder zu Dutzenden mit Atem stockenden Attraktionen aus Chaos und Geschicklichkeit!
Und die Touristen? Sie sind Teil des Alltags. Vieles schafft man ja für sie, sie gehören dazu, sie stören nicht, sie sind Wirtschaftsfaktor. Die Symbiose daraus ist wunderbar: Wirtschaftsfaktor trifft auf thailändische Gelassenheit. Garten Eden. Oder mit der Ökonomie ausgedrückt: Win & Win.
Und es ist schön, dass es so ist, denn die Touristen sind zahlreich und überall. Sie schlendern, schauen, probieren, fotografieren, konsumieren und kommen wieder. Sie sind gut gelaunt, genießen den Tag und das bunte Treiben. Sie sind in den Hotels, in den Restaurants, in den Bars, auf Ausflügen, in den Wellness-Oasen, auf dem Strand, auf den Märkten. Sie bevölkern die einfachen Unterkünfte genauso wie die Luxushotels. Sie nehmen die Dienstleistungen gerne an und feilschen nicht wirklich um den Preis. Hektik kommt selten auf und wenn, dann legt sie sich auch wieder schnell: mai pen arai - was soll´s?
So wunderbar anders, als zu Hause...




